Mehrere Vereine der 3.
Liga berichten seit Beginn der Saison 2026/27 über deutlich gestiegene Kosten für Auswärtsfahrten, weil wiederkehrende Streiks im Bahnverkehr die geplante Anreise mit der Deutschen Bahn erschweren und viele Klubs kurzfristig auf gecharterte Reisebusse ausweichen müssen.
Die 3.
Liga wird organisatorisch vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verantwortet und umfasst Vereine mit deutlich kleineren Etats als in der Bundesliga oder der 2.
Bundesliga, die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vermarktet werden.
Gerade für diese Klubs schlagen zusätzliche Reisekosten überproportional zu Buche.

Warum treffen Bahnstreiks die 3. Liga besonders hart?

Anders als Vereine der Bundesliga oder der 2.
Bundesliga, die häufig über eigene Mannschaftsbusse und größere Reisebudgets verfügen, planen viele Drittligisten ihre Auswärtsfahrten aus Kostengründen bislang bahnbasiert oder mit angemieteten Fahrzeugen im Rahmen fester Verträge.
Fällt ein Zug kurzfristig aus, bleibt oft nur die Buchung eines Ersatzbusses auf dem freien Markt, wo die Preise je nach Nachfrage und Vorlaufzeit stark schwanken.
Vereinsvertreter berichten, dass insbesondere kurzfristige Umbuchungen die Reisebudgets belasten, die für eine gesamte Saison ursprünglich deutlich knapper kalkuliert worden waren.

Wie teuer sind Charterbusse geworden?

Branchenbeobachter aus dem Omnibusgewerbe verweisen auf gestiegene Kraftstoffpreise, höhere Personalkosten durch Fahrermangel sowie eine insgesamt angespannte Auftragslage im Reisebusverkehr als Gründe für das gestiegene Preisniveau.
Für Vereine, die kurzfristig auf einen Charterbus ausweichen müssen, weil eine Zugverbindung ausfällt, entstehen dadurch zusätzliche Ausgaben, die im ursprünglichen Saisonbudget nicht vorgesehen waren.
Mehrere Klubs prüfen deshalb, langfristige Rahmenverträge mit Busunternehmen abzuschließen, um sich gegen kurzfristige Preisspitzen abzusichern, was allerdings ebenfalls höhere Fixkosten über die gesamte Spielzeit bedeutet.
Angesichts knapper Etats setzen manche Drittliga-Aufsteiger in der Sommerpause auf ablösefreie Routiniers, um zusätzliche Belastungen im Gesamtbudget abzufedern.

Welche Konsequenzen drohen finanzschwachen Vereinen?

Für Klubs mit ohnehin engem finanziellen Spielraum können unerwartete Mehrausgaben im Reisebudget an anderer Stelle im Etat auffallen, etwa bei Investitionen in die Infrastruktur oder den Nachwuchsbereich.
Vereinsverantwortliche mehrerer Drittligisten fordern deshalb eine Anpassung der Reisekostenpauschalen innerhalb der Liga sowie einen offeneren Austausch über gemeinsame Beschaffungslösungen, etwa durch liga-weit ausgehandelte Rahmenverträge mit Busunternehmen.
Der DFB äußert sich bislang zurückhaltend zu konkreten finanziellen Unterstützungsmaßnahmen, verweist aber auf bestehende Solidaritätsmechanismen innerhalb der Liga – ähnlich wie er sich auch bei der Vermarktung und dem Zuschauerwachstum im Frauenfußball engagiert.
Wie nachhaltig sich die Situation auf die wirtschaftliche Stabilität einzelner Vereine auswirkt, dürfte sich erst im Verlauf der Saison zeigen, sollten die Streiks im Bahnverkehr weiter anhalten.