Die Initiative "Digital für alle" richtet am Freitag, dem 26.
Juni 2026, bundesweit den sechsten Digitaltag aus und stellt das diesjährige Aktionsprogramm unter den Schwerpunkt digitale Sicherheit.
Mit hunderten dezentralen Veranstaltungen in ganz Deutschland sollen Bürgerinnen und Bürger lernen, sich im Netz sicherer zu bewegen — getragen von der Überzeugung, dass Aufklärung und Vertrauen die Voraussetzung für eine selbstbestimmte digitale Teilhabe sind.

Warum digitale Sicherheit zum Schwerpunkt wird

Phishing, Identitätsdiebstahl und betrügerische Nachrichten gehören für viele Verbraucher inzwischen zum Alltag.
Mit der zunehmenden Verbreitung generativer Künstlicher Intelligenz haben sich die Methoden weiter verfeinert: Täuschend echte E-Mails, manipulierte Stimmen und gefälschte Webseiten erschweren es, seriöse von betrügerischen Angeboten zu unterscheiden.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass technische Schutzmaßnahmen allein nicht ausreichen, solange Nutzerinnen und Nutzer Risiken nicht erkennen.

Genau hier setzt das Aktionsprogramm an.
Statt abstrakter Appelle stehen praktische Formate im Vordergrund: Workshops zu sicheren Passwörtern und Mehr-Faktor-Authentifizierung, Sprechstunden zum Erkennen von Betrugsmaschen und Angebote, die digitale Kompetenz auch bei weniger erfahrenen Zielgruppen stärken.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bündelt für Verbraucher bereits ganzjährig Empfehlungen, die am Digitaltag in die Fläche getragen werden sollen.

Was Aufklärung und Vertrauen miteinander verbindet

Digitale Sicherheit ist nicht nur eine technische, sondern eine gesellschaftliche Frage.
Wer Online-Banking, digitale Verwaltungsleistungen oder Gesundheitsanwendungen nutzen soll, muss darauf vertrauen können, dass Daten geschützt sind und Anbieter verlässlich handeln.
Fehlt dieses Vertrauen, bleiben digitale Angebote ungenutzt — auch solche der öffentlichen Hand, die im Zuge des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und neuer digitaler Verwaltungsangebote ausgebaut werden.

Der Rechtsrahmen entwickelt sich parallel weiter.
Mit der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie durch das geplante NIS2-Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG) verschärfen sich die Sicherheitsanforderungen für Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen.
Der Digitaltag richtet den Blick demgegenüber bewusst auf die Verbraucherseite: Regulierung schützt Strukturen, doch ohne aufgeklärte Nutzer bleibt eine Lücke, die kein Gesetz vollständig schließen kann.

Wer den Aktionstag trägt

Getragen wird der Digitaltag von der Initiative "Digital für alle", einem breiten Bündnis aus mehr als zwanzig Organisationen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand.
Vereine, Bibliotheken, Unternehmen und Verwaltungen können eigene Veranstaltungen anmelden und so zum dezentralen Programm beitragen.
Die Bandbreite reicht von offenen Werkstätten bis zu Vorträgen für Seniorinnen und Senioren.

Damit knüpft der Aktionstag an die Erfahrung der Vorjahre an, in denen jeweils mehrere hundert Veranstaltungen stattfanden.
Der diesjährige Schwerpunkt setzt ein Signal: Digitale Sicherheit ist kein Spezialthema für Fachleute, sondern eine Alltagskompetenz, die alle Generationen betrifft.
Aufklärung, so die Botschaft, ist der wirksamste Schutz — und die Grundlage für das Vertrauen, ohne das Digitalisierung nicht gelingt.