Microsoft liefert am 13.
Oktober 2026 zum letzten Mal erweiterte Sicherheitsupdates (Extended Security Updates, ESU) für Privatnutzer von Windows 10.
Danach bekommen Rechner mit diesem Betriebssystem keine Korrekturen für neu entdeckte Schwachstellen mehr.
Den regulären Support hatte der Konzern bereits am 14. Oktober 2025 beendet und Privathaushalten danach ein Jahr Übergangsfrist gewährt.
Im Europäischen Wirtschaftsraum war das Programm nach Druck von Verbraucherschützern kostenlos, setzte aber ein Microsoft-Konto voraus.
Eine Verlängerung für Privatkunden ist nicht vorgesehen.
Am stärksten betroffen sind Haushalte mit älteren PCs, die nicht kostenlos auf Windows 11 wechseln können.
Das Nachfolgesystem verlangt unter anderem ein Sicherheitsmodul nach dem Standard TPM 2.0, eine UEFI-Firmware mit Secure Boot und einen Prozessor aus einer von Microsoft freigegebenen Liste.
Bei Intel sind das in der Regel Chips ab der 8.
Core-Generation, bei AMD ab der Ryzen-2000-Serie.
Viele Geräte aus der Zeit vor 2018 erfüllen diese Kriterien nicht, obwohl sie zum Surfen und für Büroarbeit noch ausreichen.
Es gibt inoffizielle Wege, Windows 11 trotzdem zu installieren.
Microsoft garantiert solchen Installationen aber keine Updates.
Welche Risiken drohen nach dem Stichtag?
Die Rechner laufen weiter, werden aber mit jedem Monat ohne Patch angreifbarer.
Erfahrungsgemäß werten Angreifer die Updates für neuere Windows-Versionen aus, um ungeschlossene Lücken im Vorgänger zu finden.
Gefährlich sind vor allem manipulierte Webseiten, Phishing-Anhänge und Erpressungstrojaner.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät grundsätzlich davon ab, Betriebssysteme ohne Herstellersupport mit dem Internet zu verbinden.
Einige Komponenten pflegt Microsoft getrennt weiter.
Die Virendefinitionen des Microsoft Defender und der Browser Edge sollen nach Unternehmensangaben noch bis mindestens Oktober 2028 Aktualisierungen erhalten.
Lücken im Betriebssystem selbst schließen sie aber nicht.
Wer Windows 10 trotzdem online nutzt, sollte zumindest im Alltag ein Standardkonto ohne Administratorrechte verwenden, einen aktuellen Browser einsetzen und regelmäßig auf externe Datenträger sichern.
Ist ein Umstieg auf Linux realistisch?
Für viele Haushalte ja, wenn der Rechner vor allem für Browser, E-Mail, Office-Dokumente und Fotos genutzt wird.
Einsteigerfreundliche Distributionen wie Linux Mint, Ubuntu oder Zorin OS laufen auch auf älterer Hardware flüssig.
Sie sind kostenlos und bekommen regelmäßig Sicherheitsupdates.
Vom USB-Stick lassen sie sich im Live-Modus testen, ohne das installierte System zu verändern.
Hilfe beim Umstieg bieten etwa die Kampagne „End of 10“, die unter anderem von der KDE-Community getragen wird, sowie lokale Repair-Cafés.
Grenzen zeigen sich bei Spezialsoftware.
Manche Druckertreiber, Branchenprogramme und Spiele mit Kopierschutz laufen unter Linux nicht oder nur über Umwege.
Microsoft Office steht nur als Webversion zur Verfügung, als lokale Alternative gibt es LibreOffice.
Wer auf eine bestimmte Windows-Anwendung angewiesen ist, sollte vor dem Wechsel prüfen, ob sie unter Linux funktioniert.
Wann lohnt sich die Weiternutzung offline?
Ein dauerhaft vom Netz getrennter Rechner ist deutlich weniger gefährdet.
Das kann sinnvoll sein, wenn er etwa ältere Steuerungssoftware für Scanner oder Hobbygeräte ausführt oder als Archiv dient.
Konsequent umgesetzt heißt das: gespeicherte WLAN-Zugänge löschen, das Netzwerkkabel ziehen und Daten nur über geprüfte USB-Sticks austauschen.
Für Onlinebanking, E-Mail oder Behördengänge über die BundID kommt ein solches Gerät dann nicht mehr infrage.
Wer weder umsteigen noch offline arbeiten will, kann ein gebrauchtes Gerät kaufen, das für Windows 11 freigegeben ist.
Marktbeobachter verweisen auf ein breites Angebot aufbereiteter Business-Laptops.
Wichtig ist vor allem, die Entscheidung vor dem Stichtag zu treffen, statt ein ungeschütztes System einfach weiter im Alltag zu nutzen.



