Ab 2026 verpflichten mehrere US-Bundesstaaten App-Stores dazu, das Alter ihrer Nutzerinnen und Nutzer zu überprüfen, bevor diese bestimmte Apps herunterladen oder In-App-Käufe tätigen können.
Texas, Utah und Louisiana haben entsprechende Gesetze bereits umgesetzt oder lassen sie im Laufe des Jahres in Kraft treten, Kalifornien zieht zum 1.
Januar 2027 nach.
Apple und Google haben als Betreiber der beiden großen App-Stores neue technische Schnittstellen eingeführt, um Entwicklerinnen und Entwicklern die Einhaltung der Vorgaben zu erleichtern.
Wie funktionieren die neuen Schnittstellen?
Apple bietet mit der Declared Age Range API eine Funktion an, die Entwicklern eine Altersspanne des Nutzers übermittelt, ohne das exakte Geburtsdatum preiszugeben.
Google verfolgt mit der Play Age Signals API einen ähnlichen Ansatz mit eigenen Alterskategorien.
Beide Verfahren sollen Entwicklern erlauben, altersabhängige Inhalte oder Kaufoptionen einzuschränken, ohne selbst vollständige Ausweisdaten verarbeiten zu müssen.
Für Minderjährige sehen die Gesetze zusätzlich eine Zustimmungspflicht der Erziehungsberechtigten vor, etwa bei kostenpflichtigen In-App-Käufen oder wesentlichen App-Änderungen.
Welche Rolle spielen die US-Bundesstaaten?
Die treibende Kraft hinter der aktuellen Entwicklung sind einzelstaatliche Gesetze in den USA, nicht eine bundesweite oder europäische Regelung.
Texas, Utah und Louisiana haben eigenständig App Store Accountability Acts verabschiedet, die App-Store-Betreiber zur Altersverifikation und zur Weitergabe entsprechender Signale an Entwickler verpflichten.
Die Gesetze schränken zugleich ein, wofür die erhobenen Altersdaten verwendet werden dürfen: Texas etwa verlangt, dass Entwickler die Informationen nach Abschluss der Altersprüfung wieder löschen.
Da App-Stores global betrieben werden, wirken sich die Vorgaben faktisch auch auf Entwicklerinnen und Entwickler außerhalb der USA aus, sobald ihre Apps in den betroffenen Bundesstaaten angeboten werden.
Was bedeutet das für Nutzer und Entwickler in Europa?
Für den europäischen Markt existiert mit dem Digital Services Act ein eigenständiger Rechtsrahmen, der große Plattformen ebenfalls zu Schutzmaßnahmen für Minderjährige verpflichtet – die aktuellen Änderungen bei Apple und Google sind davon aber zunächst unabhängig und primär eine Reaktion auf die US-Gesetzgebung.
Entwicklerinnen und Entwickler mit international vertriebenen Apps müssen sich dennoch mit den neuen Schnittstellen auseinandersetzen, sobald sie den US-Markt weiter bedienen wollen.
Branchenbeobachter gehen davon aus, dass weitere US-Bundesstaaten und perspektivisch auch andere Länder ähnliche Vorgaben prüfen werden, sobald sich die technischen Verfahren in der Praxis bewährt haben.



