Am heutigen Mittwoch trifft im Hinspiel der Relegation zur 2.
Bundesliga der Tabellensechzehnte aus dem Unterhaus auf den Tabellendritten der 3.
Liga.
Während die sportliche Auseinandersetzung im Vordergrund steht, hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) in den vergangenen Tagen erneut grundsätzliche Fragen zum Modus und zur finanziellen Lage potenzieller Aufsteiger aufgeworfen.
Hintergrund ist die anhaltende Diskussion über die Belastbarkeit der Lizenzierungsverfahren beim Übergang zwischen den vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verantworteten 3.
Liga und der DFL-Spielklasse.

Wirtschaftliche Schieflage der Aufsteiger

Im Zentrum der Debatte steht die Frage, wie Drittliga-Aufsteiger den sprunghaften Anstieg der Anforderungen an Infrastruktur, Personal und Etat innerhalb weniger Wochen abbilden sollen.
Während Vereine der 2.
Bundesliga im Schnitt mit Umsätzen im mittleren bis hohen zweistelligen Millionenbereich pro Saison kalkulieren, bewegen sich die Etats der Drittligisten häufig in einem Bruchteil dieser Größenordnung.
Steigt ein Klub auf, muss er innerhalb der von der DFL gesetzten Fristen ein Lizenzierungsverfahren durchlaufen, das nach Liquidität, Eigenkapital und Stadioninfrastruktur fragt.

Branchenbeobachter verweisen darauf, dass mehrere Aufsteiger der vergangenen Jahre nach kurzer Zeit wieder in die 3.
Liga zurückkehrten und in der Folge in wirtschaftliche Turbulenzen gerieten.
Die DFL hat angedeutet, gemeinsam mit dem DFB die Schnittstelle zwischen den Spielklassen vor dem letzten Spieltag zu überprüfen, ohne dass bislang konkrete Reformvorschläge öffentlich vorliegen.

Welche Rolle spielt der Modus?

Die Relegation zwischen 2.
Bundesliga und 3.
Liga wird seit der Saison 2008/09 ausgespielt.
In Hin- und Rückspiel ermittelt der Tabellensechzehnte der 2.
Liga gegen den Drittplatzierten der 3.
Liga den dritten Aufsteiger beziehungsweise Absteiger.
Befürworter des Modus betonen den sportlichen Wert der Entscheidung und die mediale Aufmerksamkeit; Kritiker führen an, dass die kurzfristige K.-o.-Konstellation Klubs in eine wirtschaftliche Planung unter Vorbehalt zwinge, die weder im Auf- noch im Abstiegsfall belastbar sei.

Die DFL hat in den vergangenen Monaten signalisiert, eine Evaluierung des Verfahrens nicht grundsätzlich auszuschließen.
Eine Anpassung würde jedoch eine Abstimmung mit den 36 Lizenzklubs sowie mit dem DFB als Veranstalter der 3.
Liga voraussetzen.
Eine Änderung zur Saison 2026/27 gilt nach Einschätzung von Marktteilnehmern als ausgeschlossen, zumal auch im Bundesliga-Endspurt um die Champions-League-Plätze erhebliche wirtschaftliche Hebel auf dem Spiel stehen.

Bedeutung der 50+1-Regel

In die Debatte mischt sich erneut die Diskussion um die 50+1-Regel, nach der die Stimmrechtsmehrheit eines Lizenzvereins beim Mutterverein verbleiben muss.
Für Aufsteiger aus der 3.
Liga, die häufig auf private Investoren oder kommunale Bürgschaften angewiesen sind, stellt die Regel eine zusätzliche Schwelle dar.
Die DFL hatte zuletzt im Frühjahr ein neues Verfahren zur Investorenbeteiligung an Medienerlösen abgebrochen, nachdem mehrere Klubs Bedenken geäußert hatten.

Das Rückspiel der Relegation ist für das kommende Wochenende angesetzt.
Für die DFL geht es über das einzelne Duell hinaus um die Frage, wie tragfähig die wirtschaftliche Brücke zwischen den Spielklassen über mehrere Spieltage mittelfristig bleibt.

Quellen