Wenige Tage vor dem Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 bereitet sich die deutsche Nationalmannschaft (DFB-Elf) auf das erste Turnier mit 48 Teilnehmern vor, das gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird.
Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und seine Auswahl geht es nach durchwachsenen Jahren darum, sportlich wieder an die internationale Spitze heranzurücken — unter erschwerten Bedingungen aus großer Distanz, ungewohnter Hitze und einem auf 104 Partien aufgeblähten Spielplan.
Wie verändert das 48er-Format die Ausgangslage?
Die Aufstockung des Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Mannschaften gilt als die tiefgreifendste Reform in der Geschichte des Turniers.
Statt acht Vierergruppen treten zwölf Gruppen mit je drei Teams an; neben den Gruppensiegern und -zweiten qualifizieren sich die acht besten Gruppendritten für eine zusätzliche K.-o.-Runde der letzten 32.
Für die DFB-Elf bedeutet das einen längeren Weg zum Finale, zugleich aber einen größeren Puffer bei einem Fehlstart.
Sportlich birgt das Format neue Risiken.
In Dreiergruppen entscheidet schon eine einzige Niederlage häufig über das Weiterkommen, und die letzte Gruppenpartie wird ohne zeitgleiche Parallelspiele ausgetragen — ein Umstand, der nach der umstrittenen Konstellation früherer Turniere für mehr Transparenz sorgen soll.
Branchenbeobachter verweisen zudem auf die hohe physische Belastung: Anstoßzeiten in der Mittagshitze und weite Reisewege zwischen den Spielorten könnten den Turnierverlauf prägen.
Welche Kaderfragen sind offen?
Im Mittelpunkt der Vorbereitung steht die Balance zwischen erfahrenen Stammkräften und nachrückenden Spielern aus Bundesliga und europäischen Spitzenligen.
Offene Personalfragen betreffen vor allem die Defensive und die Besetzung auf den Außenbahnen, wo zuletzt mehrere Kandidaten um Einsatzzeiten konkurrierten.
Auch die Rollenverteilung im zentralen Mittelfeld und die Frage nach dem ersten Torhüter beschäftigen das Trainerteam.
Die Belastungssteuerung nach einer langen Vereinssaison mit Einsätzen in der UEFA Champions League und den nationalen Wettbewerben zählt zu den heikelsten Aufgaben.
Mehrere Leistungsträger gingen mit Verletzungssorgen oder hoher Spielzeit in die Sommerpause.
Über mögliche Wechsel im Aufgebot will der DFB nach eigenen Angaben erst auf Basis der finalen Testspiele und der medizinischen Befunde entscheiden; Spekulationen über einzelne Nominierungen wies der Verband zurück.
Was wird von der DFB-Elf erwartet?
Als eine der traditionsreichsten Turniermannschaften gilt Deutschland erneut zum erweiterten Favoritenkreis zählend, ohne zu den klaren Topfavoriten gerechnet zu werden.
Nach dem frühen Aus bei zurückliegenden Welttitelkämpfen und einem Heim-Turnier mit gemischter Bilanz steht die Auswahl unter dem Anspruch, mindestens das Viertelfinale zu erreichen.
Intern wird das Turnier auch als Gradmesser für die längerfristige Entwicklung des deutschen Fußballs verstanden.
Marktteilnehmer aus dem Umfeld der DFL und der Vereine erhoffen sich von einem starken Abschneiden Impulse für Nachwuchsförderung und mediale Aufmerksamkeit.
Der sportliche Druck bleibt hoch: In einem Format, das mehr Spiele und mehr Gegner bietet, zählt am Ende vor allem die Konstanz über mehrere Wochen.



