Der Sportartikelhersteller Adidas (Herzogenaurach) liefert von der Saison 2026/27 an wieder den offiziellen Spielball für die Bundesliga und die 2.
Bundesliga.
Der unter dem Namen Torfabrik vermarktete Ball löst nach acht Spielzeiten den Derbystar Brillant APS ab, der seit der Saison 2018/19 in beiden Profiligen im Einsatz war.
Vergeben wird das Ausrüstungsrecht von der Deutschen Fußball Liga (DFL), die den Spielball zentral für alle 36 Profiklubs bestimmt.

Mit der Rückkehr knüpft die DFL an eine lange Phase an, in der Adidas den Bundesliga-Ball stellte.
Der Markenname Torfabrik war von 2010 bis 2018 das Dachlabel für den jeweils aktuellen Spielball, dessen Design Saison für Saison wechselte.
Anschließend übernahm der zur Select-Gruppe gehörende Hersteller Derbystar das Mandat.
Der nun anstehende Wechsel ordnet das Ausrüstungsgeschäft im deutschen Profifußball damit neu.

Warum wechselt die DFL den Ballhersteller?

Die zentrale Vergabe des Spielballs ist Teil der Vermarktungsrechte, die die DFL für die gesamte Liga bündelt.
Ausrüsterverträge in diesem Bereich laufen üblicherweise über mehrere Spielzeiten und werden vor ihrem Auslaufen neu ausgeschrieben oder verlängert.
Über die finanziellen Konditionen und die Laufzeit der neuen Vereinbarung machten die Beteiligten zunächst keine detaillierten Angaben.

Für die Liga spielt neben dem wirtschaftlichen Wert auch die Sichtbarkeit der Marke eine Rolle.
Ein einheitlicher Spielball erscheint in jeder Fernsehübertragung, auf Fotos und in der Werbung – ein Umstand, der das Engagement für Ausrüster attraktiv macht.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Bundesliga als eine der reichweitenstärksten Ligen Europas ein gefragtes Schaufenster für Sportartikelhersteller ist – zumal die internationale Aufmerksamkeit für den deutschen Fußball mit der in Nordamerika gestarteten WM 2026 zusätzlich steigt.

Was bedeutet der Wechsel für Torhüter und Vereine?

Unmittelbar betroffen sind vor allem die Spieler.
Jeder Spielball unterscheidet sich in Nähten, Oberflächenstruktur und Flugverhalten, weshalb sich Torhüter und Feldspieler auf das neue Modell einstellen müssen.
Erfahrungsgemäß testen die Profis einen neuen Ball bereits in der Saisonvorbereitung, um Reaktionen bei Flanken, Distanzschüssen und Abschlägen einzuüben.
Die DFL stellt die Bälle den Klubs für Training und Spielbetrieb zur Verfügung.

Für die Vereine selbst ändert sich organisatorisch wenig, da die Auswahl zentral erfolgt und nicht jeder Klub eigene Verträge schließt.
Anders verhält es sich bei den individuellen Ausrüsterverträgen der Spieler etwa für Schuhe oder bei den Trikotpartnern – diese bleiben von der Ballentscheidung unberührt.
Für die unteren Ligen, die nicht der DFL unterstehen, gilt die Vorgabe ohnehin nicht; dort entscheiden die jeweiligen Verbände – ähnlich wie beim wiederkehrenden Streit um den Relegationsmodus zwischen 2. und 3. Liga.

Einordnung

Der Spielball ist ein vergleichsweise kleiner, aber symbolträchtiger Teil im Geflecht der Bundesliga-Vermarktung, das von den TV-Rechten über Trikotsponsoren bis zu Bandenwerbung reicht.
Dass mit Adidas erneut ein deutscher Konzern den Zuschlag erhält, dürfte über die rein sportliche Bedeutung hinaus auch als Standortsignal gelesen werden.
Wie der konkrete Ball für 2026/27 aussehen wird, ist noch offen – das Design wird traditionell erst kurz vor dem Saisonstart vorgestellt.