Mit dem Beginn der Sommerferien in mehreren bevölkerungsreichen Bundesländern setzt am ersten Juliwochenende 2026 eine der stärksten Reisewellen des Jahres ein.
Weil die Ferientermine in West- und Süddeutschland in diesem Jahr ungewöhnlich eng beieinanderliegen, rechnet der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) auf den Fernstraßen Richtung Alpen und Nordsee mit deutlich längeren Staus als in den vergangenen Jahren.
Besonders betroffen sind die Bundesautobahn 8 (A8) Richtung München, Salzburg und Tirol sowie die Bundesautobahnen 1 und 7 (A1, A7) Richtung Nordsee und Ostsee.

Warum überschneiden sich die Ferientermine in diesem Jahr?

Die Sommerferientermine der 16 Bundesländer werden von der Kultusministerkonferenz (KMK) nach einem Rotationsprinzip festgelegt.
Ziel ist es, den Ferienbeginn über einen Zeitraum von rund sechs Wochen zwischen Mitte Juni und Anfang September zu staffeln, damit nicht alle Familien gleichzeitig auf denselben Fernstraßen unterwegs sind.
In diesem Jahr fällt der reguläre Abstand zwischen dem Ferienstart einzelner West- und Südländer jedoch geringer aus als sonst üblich, sodass mehrere Regionen nahezu zeitgleich in die Sommerferien starten.
Für Verkehrsplaner bedeutet das: Statt einer über Wochen verteilten Abreisewelle bündelt sich der Aufbruch auf wenige Tage.

Welche Strecken sind am stärksten betroffen?

Auf der A8 zwischen München, Rosenheim und der österreichischen Grenze wird traditionell der Verkehr Richtung Salzburger Land und Tirol gebündelt, ergänzt durch die Umfahrungen A93 und A99 rund um München.
Richtung Norden konzentriert sich der Reiseverkehr auf die A1 und A7 in Richtung Nordsee- und Ostseeküste, wo zusätzlich touristische Ziele in Ostfriesland und Nordfriesland stark nachgefragt sind.
Der ADAC verweist zudem auf Baustellen entlang beider Achsen, die den Effekt der zeitgleichen Abreise zusätzlich verstärken können.
Klassischer Höhepunkt der Reisewelle ist erfahrungsgemäß der Samstagvormittag nach Ferienbeginn, der als Hauptreisetag gilt.

Was können Reisende jetzt noch tun?

Verkehrsclubs und der Deutsche Reiseverband (DRV) empfehlen, die Abfahrt möglichst auf verkehrsärmere Zeiten außerhalb des Samstagvormittags zu verlegen oder auf die Deutsche Bahn AG mit ihrem ICE-Netz auszuweichen.
Wer dennoch mit dem Auto Richtung Alpenraum unterwegs ist, sollte an der österreichischen Grenze die Vignettenpflicht sowie in Österreich das Klimaticket als Alternative für den öffentlichen Verkehr im Blick behalten.
Marktbeobachter berichten zudem von einer außergewöhnlich hohen Nachfrage nach Bahnreisen und Pauschalangeboten in Richtung Nordsee, was zusätzlichen Druck auf die ohnehin angespannte Verkehrslage zum Ferienbeginn nehmen könnte, ihn aber nicht vollständig auffängt.