Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) rechnet zum Pfingstwochenende vom 22. bis 25.
Mai 2026 mit den längsten Staus des bisherigen Jahres auf der Bundesautobahn 7 zwischen Hamburg und der dänischen Grenze bei Flensburg.
Verantwortlich sind nach Einschätzung des Clubs vor allem die seit Monaten laufende Großbaustelle im Bereich der Rader Hochbrücke bei Rendsburg sowie der parallele Beginn der dänischen Schulferien, die zusätzlichen Transitverkehr aus Skandinavien auf die Strecke lenken.

Warum die A7 zum Nadelöhr wird

Die A7 ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung zwischen Mitteleuropa und Skandinavien und der zentrale Korridor für den Urlaubsverkehr in Richtung Dänemark, Schweden und Norwegen.
An der Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal laufen derzeit umfangreiche Arbeiten zur Vorbereitung des Ersatzneubaus, die den Verkehr seit Monaten auf jeweils zwei verengte Fahrstreifen pro Richtung zwingen.
Hinzu kommen weitere Baustellen im Bereich der Anschlussstellen Schleswig und Flensburg, die nach Angaben der Autobahn GmbH des Bundes nicht zurückgebaut werden können.
Branchenbeobachter rechnen damit, dass sich Rückstaus an Pfingstsamstag bereits ab dem Hamburger Elbtunnel bis weit hinter das Kreuz Rendsburg bilden.

Verstärkend wirkt der zeitliche Zusammenfall mit den dänischen Schulferien, die in mehreren Kommunen am 23.
Mai beginnen.
Während der deutsche Pfingstreiseverkehr traditionell in Richtung Ostsee und Nordseeküste rollt, kommt aus Dänemark eine starke Rückreisewelle, die über die Grenzübergänge Ellund und Krusau auf die A7 trifft.
Beide Verkehrsströme überlagern sich nach Erfahrung der Verkehrsdienste vor allem in den Vormittagsstunden des Samstags und am späten Sonntagnachmittag.

Welche Ausweichrouten Verkehrsbeobachter nennen

Der ADAC weist darauf hin, dass eine großräumige Umfahrung der Engstellen nur eingeschränkt möglich ist.
Die Bundesstraße 5 entlang der Westküste sowie die B 76 und B 404 im Osten Schleswig-Holsteins gelten als die wichtigsten Alternativen, sind jedoch ebenfalls häufig überlastet.
Reisende, die zwingend auf der A7 bleiben, sollten nach Einschätzung des Clubs vor allem die klassischen Stoßzeiten meiden.
Als verkehrsärmer gelten der frühe Pfingstsamstag vor 6 Uhr sowie die Nacht von Pfingstsonntag auf Montag.

Für den Schwerlastverkehr gilt am Pfingstsonntag und Pfingstmontag das bundesweite Sonn- und Feiertagsfahrverbot.
Schleswig-Holstein hat zudem angekündigt, an den Hauptreisetagen verstärkt mobile Kontrollen an der Grenze durchzuführen, um Wartezeiten am Übergang Ellund kurzzuhalten.
Marktteilnehmer im Tourismusgewerbe rechnen dennoch mit Wartezeiten von bis zu zwei Stunden an der Grenze, falls Wiedereinreisekontrollen nach Dänemark zeitgleich intensiviert werden.

Was die Bilanz für die Saison bedeutet

Das Pfingstwochenende gilt verkehrlich als Auftakt der Hauptreisesaison.
Beobachter sehen in der erwarteten Staulage einen Vorgeschmack auf die Sommerferien, wenn der Verkehr auf der A7 nach Norden traditionell seinen Jahreshöhepunkt erreicht.
Solange die Arbeiten an der Rader Hochbrücke andauern – nach derzeitiger Planung bis weit in das nächste Jahrzehnt –, dürfte die Strecke zwischen Rendsburg und Flensburg an allen Reisewochenenden als Engpass markiert bleiben.
Eine spürbare Entlastung erhoffen sich Verkehrsplaner erst von der Fertigstellung des Brückenneubaus und dem späteren Anschluss des Fehmarnbelt-Tunnels, der einen Teil des skandinavischen Transitverkehrs aus der A7 herauslösen könnte.

Quellen