Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) rechnet zu Pfingsten 2026 mit einer der staureichsten Reisewellen der vergangenen Jahre auf deutschen Autobahnen.
Grund ist eine seltene Konstellation: Bayern und Baden-Württemberg starten am Freitag vor Pfingsten in die zweiwöchigen Pfingstferien, während in den Niederlanden zeitgleich die verlängerten Brückentage rund um Hemelvaart, das niederländische Christi-Himmelfahrtsfest, beginnen.
Süddeutsche Urlauber und niederländische Reisende treffen damit erstmals in dieser Dichte auf denselben Süd-Korridoren zusammen.
Welche Strecken besonders betroffen sind
Der Verkehrsclub identifiziert die A7 zwischen Würzburg und Füssen sowie die A8 von Karlsruhe über München bis zur österreichischen Grenze als Hauptengpässe.
Auf der Brennerroute, dem Korridor aus A8, der österreichischen A12 Inntalautobahn und der A13 über den Brennerpass, sind nach Angaben von Verkehrsbeobachtern Rückstaus von bis zu 40 Kilometern möglich.
Hinzu kommt die A3 als zentrale Verbindung zwischen Ruhrgebiet und Bayern, auf der niederländische Adria-Reisende mit deutschen Urlaubern zusammentreffen.
Auch die A5 Richtung Basel und die Schweizer Gotthardroute gelten als Risikostrecken.
Verschärft wird die Lage durch mehrere Baustellen auf der A8 im Bereich Rosenheim sowie durch die seit Längerem laufende Sanierung der Luegbrücke auf österreichischer Seite, die den Verkehr am Brenner auf eine Spur je Richtung begrenzt.
Die österreichische Asfinag hat für das verlängerte Pfingstwochenende ihr Block- und Dosierabfertigungssystem an mehreren Übergängen angekündigt, was den Rückstau auf deutsches Gebiet zusätzlich verlängern dürfte.
Warum die Ferienüberlappung ausgerechnet jetzt zusammenfällt
Die Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg sind in der Kultusministerkonferenz traditionell festgelegt und fallen 2026 in ein Zeitfenster, das exakt mit dem niederländischen Hemelvaart-Wochenende zusammenfällt.
In Vorjahren lagen beide Reisewellen meist um eine Woche versetzt.
Hinzu kommt, dass das katholisch geprägte Pfingstfest in Italien und Österreich kein vergleichbarer Reiseanlass ist, sodass der Gegenverkehr aus dem Süden überschaubar bleibt – die Hauptlast tragen die Süd-Richtungen am Freitag- und Samstagvormittag.
Reiseanbieter und Tourismusverbände in Tirol und Südtirol verzeichnen nach Angaben aus der Branche eine überdurchschnittlich hohe Buchungslage für das Pfingstwochenende.
Auch der Flixbus-Verkehr nach Italien und der Eurocity-Korridor München–Verona melden hohe Auslastungen, was den Ausweichdruck auf die Schiene begrenzt.
Welche Empfehlungen die Verkehrsclubs geben
Der ADAC rät zur antizyklischen Anreise in den frühen Morgenstunden des Freitags oder erst am Pfingstsonntag.
Wer Flexibilität hat, sollte die Rückreise auf den Dienstag nach Pfingsten verschieben, da der Pfingstmontag erfahrungsgemäß die stärkste Rückreisewelle bringt.
Als Alternativrouten zur überlasteten Brennerstrecke nennen Verkehrsbeobachter die Tauernautobahn A10 über Salzburg sowie die Reschenpass-Route über die B180 – beide aber ebenfalls mit Engpässen.
Für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Österreich gilt zudem die seit Jahren bestehende Maut- und Vignettenpflicht, die kurzfristig digital über das Asfinag-Portal erworben werden kann.
An den Übergängen Kufstein und Walserberg sind nach Angaben der bayerischen Polizei verstärkte Kontrollen wegen der Sektionalfahrverbote für den Transitverkehr angekündigt.



