Deutsche Familien verlagern ihre Buchungen für die Herbstferien im Oktober 2026 zunehmend von den klassischen Badezielen am Mittelmeer hin zu Nebensaison-Städten wie Porto in Portugal oder Ljubljana in Slowenien – Reiseveranstalter und Branchenbeobachter führen die Verschiebung vor allem auf veränderte Preisstrategien der Anbieter zurück.
Während Flüge und Hotels an den etablierten Ferienzielen in den Schulferienwochen spürbar teurer werden, positionieren Veranstalter kleinere europäische Städte gezielt als bezahlbare Alternative für Reisende mit Kindern.
Warum Porto und Ljubljana statt Mallorca?
Die Herbstferien liegen in den meisten Bundesländern zwischen Anfang Oktober und Anfang November – ein Zeitraum, in dem verlässliches Badewetter am Mittelmeer nicht mehr garantiert ist.
Städte wie Porto bieten im Oktober dagegen noch milde Temperaturen um 20 Grad, kurze Flugzeiten und kompakte Innenstädte, die sich auch mit Kindern gut zu Fuß erkunden lassen.
Ljubljana punktet zusätzlich mit der Anreiseoption per Bahn oder Auto aus Süddeutschland und Österreich, was die Reisekosten für Familien weiter senkt.
Beide Städte gelten zudem als deutlich weniger überlaufen als Barcelona, Venedig oder Lissabon, wo Debatten über Overtourism, Bettensteuern und City Tax das Reisen verteuern und zunehmend regulieren.
Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat zeigen seit Jahren, dass der Städtetourismus in Europa auch außerhalb der Sommermonate wächst – ein Trend, den die Veranstalter nun aktiv bedienen.
Was verraten die Preisstrategien der Veranstalter?
Hinter der Verschiebung steht ein grundlegender Wandel in der Kalkulation: Pauschalreisen werden zunehmend dynamisch bepreist, ähnlich wie Flugtickets, deren Preise sich laufend an der Nachfrage orientieren.
In den engen Ferienkorridoren der Bundesländer entstehen dadurch Preisspitzen an den klassischen Zielen von den Kanaren bis zur Türkischen Riviera.
Nebensaison-Städte dienen den Anbietern dagegen als Instrument der Auslastungssteuerung: Hotelzimmer und Flugkapazitäten, die im Oktober sonst leer blieben, werden über vergleichsweise günstige Paketpreise gefüllt.
Der Deutsche Reiseverband (DRV) verweist seit Längerem auf die wachsende Bedeutung von Städte- und Kurzreisen im Veranstaltergeschäft.
Marktteilnehmer sehen in der Ausweitung der Programme um Sekundärstädte auch eine Antwort auf eine preissensiblere Kundschaft nach mehreren Jahren hoher Inflation.
Worauf sollten Familien bei der Buchung achten?
Wer als Pauschalreise bucht, profitiert vom europäischen Pauschalreiserecht: Es garantiert Insolvenzschutz, und der Veranstalter darf den Preis nach der Buchung nur um bis zu 8 % erhöhen – bei einer höheren Erhöhung können Kundinnen und Kunden kostenlos zurücktreten.
Bei Flugausfällen oder großen Verspätungen greift zusätzlich die Fluggastrechteverordnung (EG) Nr.
261/2004, die je nach Flugdistanz Entschädigungen zwischen 250 und 600 Euro vorsieht.
Einplanen sollten Familien außerdem lokale Übernachtungsabgaben: Viele europäische Städte erheben eine City Tax pro Person und Nacht, die im Paketpreis oft nicht enthalten ist.
Für die Herbstferien 2026 gilt: Flexible Tarife mit kostenloser Stornierung bis wenige Wochen vor Abreise geben Spielraum, falls sich Preise oder Pläne ändern.
Ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts gehört auch bei unkritischen Zielen wie Portugal und Slowenien zur guten Vorbereitung – ebenso wie der Vergleich, ob Einzelbuchung oder Paket am Ende günstiger ist.



