Die deutsche Reisewirtschaft blickt optimistisch auf die Sommersaison 2026: Veranstalter und Reisebüros erwarten ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr, wobei Europa mit deutlichem Abstand das Hauptziel bleibt und der Mittelmeerraum als gefragter denn je gilt.
Getragen wird der Trend nach Einschätzung von Branchenbeobachtern von einer stabilen Reiselust, längeren Vorausbuchungsfristen und einem Saisonstart, der sich früher als in den Vorjahren abzeichnet.

Warum bleibt das Mittelmeer das Maß aller Dinge?

Klassische Sonnenziele rund um das Mittelmeer – darunter Spanien mit den Balearen, Italien, Griechenland und die türkische Riviera – stehen bei deutschen Urlaubern weiterhin an der Spitze der Nachfrage.
Der Deutsche Reiseverband (DRV) verweist regelmäßig darauf, dass der Pauschalreisemarkt nach den Krisenjahren ein robustes Niveau erreicht hat; Marktteilnehmer berichten von einer breiten Nachfrage über Familien-, Paar- und Singlereisen hinweg.

Dass der Mittelmeerraum so dominant ist, hat mehrere Gründe: planbare Anreise per Flug oder Bahn, ein dichtes Hotelangebot sowie die Verlässlichkeit etablierter Destinationen.
Zugleich rückt das Thema Overtourism stärker in den Blick.
Mehrere Urlaubsregionen haben Instrumente wie Bettensteuer oder City Tax ausgeweitet, um Besucherströme zu steuern und kommunale Haushalte zu entlasten – ein Aspekt, der die Endpreise für Reisende spürbar beeinflussen kann.

Was ändert sich bei der Einreise?

Die Saison 2026 steht im Zeichen neuer europäischer Einreiseverfahren.
Mit dem Entry/Exit-System (EES) erfasst die EU an ihren Außengrenzen biometrische Daten von Reisenden aus Drittstaaten; ergänzend ist das Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS) für visumbefreite Nicht-EU-Bürger vorgesehen.
Für deutsche Urlauber, die innerhalb des Schengen-Raums an Mittelmeerziele reisen, bleiben die Grenzkontrollen unverändert.

Wer hingegen Destinationen außerhalb des Schengen-Raums ansteuert, sollte die jeweils geltenden Dokumenten- und Einreisebestimmungen prüfen.
Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, vor jeder Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise einzusehen.
Bei Flugreisen gilt zudem weiterhin die Fluggastrechteverordnung (EG) Nr.
261/2004, die bei Verspätungen, Annullierungen und Überbuchungen Ausgleichs- und Betreuungsleistungen vorsieht.

Welche Folgen hat die längere Vorausbuchung?

Auffällig ist nach Angaben von Marktteilnehmern eine Tendenz zur frühen Buchung: Viele Urlauber legen ihre Sommerreise bereits Monate im Voraus fest, statt auf kurzfristige Last-Minute-Angebote zu setzen.
Für Reisende bedeutet das in der Regel größere Auswahl bei Terminen und Hotelkategorien, kann aber auch dazu führen, dass besonders gefragte Ziele und Reisezeiträume früh ausgebucht sind.

Für die Praxis raten Branchenbeobachter, Stornobedingungen und mögliche Reiserücktrittsversicherungen vor Vertragsschluss zu prüfen und Preise stets mit Bezugszeitraum zu vergleichen.
Bei der Anreise lohnt der Blick auf Alternativen: Neben dem Flug gewinnt die Bahnreise zu Mittelmeerzielen über Nachtzugverbindungen an Bedeutung, während innerdeutsche Anschlüsse über das Deutschlandticket abgedeckt werden können.
Ob das prognostizierte Umsatzplus tatsächlich eintritt, wird sich erst im Verlauf der Hauptsaison zeigen – die Ausgangslage zum Start gilt in der Branche jedoch als günstig.