Mehrere Vereine der 2.
Bundesliga berichten vor dem Start der Saison 2026/27 von deutlich gestiegenen Kosten für die Pflege ihrer Rasenplätze, da der Wechsel zwischen Hitzeperioden und Starkregenereignissen die Anforderungen an Bewässerungs- und Drainagesysteme erhöht.
Betroffen sind vor allem Standorte mit älterer Platzinfrastruktur, die nicht auf die zunehmenden Wetterextreme ausgelegt ist.
Warum wird die Rasenpflege teurer?
Lange Trockenphasen im Frühsommer setzen den Naturrasenflächen zu und erfordern intensivere Bewässerung, während anschließende Starkregenereignisse die Drainagekapazität vieler Stadien an ihre Grenzen bringen.
Vereinsverantwortliche berichten, dass klassische Rasensysteme, die auf gleichmäßigere Witterungsverläufe ausgelegt waren, den neuen Bedingungen zunehmend nicht mehr gerecht werden.
Die Folge sind Investitionen in automatisierte Bewässerungsanlagen mit bedarfsgerechter Steuerung sowie in verbesserte Drainageschichten unterhalb des Spielfelds, die Wasser bei Starkregen schneller ableiten sollen.
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) definiert im Rahmen der Lizenzierungsordnung Mindeststandards für die Spielfeldqualität, die Vereine der 2.
Bundesliga unabhängig von den Witterungsbedingungen einhalten müssen.
Steht die Bespielbarkeit eines Platzes durch Wetterschäden infrage, drohen im Extremfall Auflagen oder Ausweichspielorte, was zusätzlichen wirtschaftlichen Druck erzeugt.
Bereits beim Streit um spätere Anstoßzeiten wegen der Sommerhitze hatten Zweitligisten auf die zunehmende Belastung durch Extremwetter hingewiesen.
Welche Investitionen sind notwendig?
Greenkeeper und Vereinsvertreter sprechen von Investitionssummen im mittleren sechsstelligen Bereich für die Umrüstung eines einzelnen Stadions, abhängig vom Zustand der bestehenden Infrastruktur.
Neben der reinen Anschaffung neuer Bewässerungstechnik fallen laufende Mehrkosten für den erhöhten Wasserverbrauch sowie für zusätzliches Fachpersonal an, das die komplexeren Systeme betreut.
Einzelne Vereine prüfen zudem den Umstieg auf Hybridrasen, eine Kombination aus Naturgras und eingewebten Kunstfasern, die als widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen und Belastung gilt, jedoch mit höheren Anschaffungskosten verbunden ist.
Für viele Zweitligisten, deren Etats deutlich unter denen der Bundesliga-Vereine liegen, stellen solche Summen eine erhebliche zusätzliche Belastung neben den ohnehin steigenden Betriebskosten dar, ähnlich wie steigende Reisekosten durch Bahnstreiks und teure Charterbusse die Etats unterklassiger Vereine belasten.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass sich Vereine zunehmend um kommunale Zuschüsse oder Kooperationen mit lokalen Energie- und Wasserversorgern bemühen, um die Zusatzkosten abzufedern.
Welche Rolle spielt die Stadionpolitik?
Da viele Stadien im Eigentum der jeweiligen Kommune stehen und von den Vereinen lediglich gepachtet werden, hängt die Finanzierung größerer Infrastrukturmaßnahmen häufig von der Bereitschaft der öffentlichen Hand ab.
In einzelnen Städten wird diskutiert, Investitionen in klimaresistente Platztechnik als Teil kommunaler Förderprogramme für Sportstätten zu behandeln, da Extremwetterereignisse künftig auch andere kommunale Sportanlagen betreffen dürften.
Die Deutsche Fußball Liga selbst äußert sich nicht zu einzelnen Standorten, verweist Vereine bei baulichen Fragen jedoch grundsätzlich auf die geltenden Lizenzierungsvorgaben zur Spielfeldqualität.
Vor dem Saisonstart der 2.
Bundesliga im August 2026, für den Klubs bereits mit einer verkürzten Sommerpause nach der WM planen, dürfte das Thema für mehrere Standorte weiterhin aktuell bleiben, da die Wetterprognosen für den Sommer erneut von einem Wechsel aus Hitzephasen und einzelnen Starkregenereignissen ausgehen.



