Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat Ende Mai 2026 vor der ersten kräftigen Hitzewelle des Jahres gewarnt, woraufhin mehrere Bundesländer kurz vor den Sommerferien Hitzefrei-Regelungen prüfen und einzelne Kommunen ihre Trinkwasserbrunnen früher als geplant in Betrieb nehmen.
Betroffen ist nach Einschätzung des DWD weite Teile der Südhälfte und der Mitte Deutschlands, wo zur Wochenmitte verbreitet Höchstwerte über 30 Grad Celsius erwartet werden.

Was bedeutet die Hitzewarnung des DWD?

Der Deutsche Wetterdienst gibt amtliche Hitzewarnungen heraus, wenn die sogenannte gefühlte Temperatur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Schwellenwerte überschreitet und eine nächtliche Abkühlung ausbleibt.
Maßgeblich ist dabei nicht allein das Thermometer, sondern die Wärmebelastung des Körpers, in die auch Luftfeuchte, Wind und Strahlung einfließen.
Die Warnungen richten sich vor allem an gesundheitlich gefährdete Gruppen — ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Kleinkinder.

Für den Schulbetrieb hat die Hitze unmittelbare Folgen.
Die Entscheidung über Hitzefrei liegt in Deutschland bei den Ländern und wird in der Regel über Schulverwaltungsvorschriften geregelt; vielerorts können Schulleitungen ab einer Raumtemperatur von rund 27 Grad Celsius den Unterricht verkürzen.
Weil der Schuljahresendspurt mit Klassenarbeiten und Zeugniskonferenzen zusammenfällt, fällt die Abwägung zwischen Gesundheitsschutz und Prüfungsterminen in diesem Jahr besonders eng aus.

Wie reagieren die Kommunen?

Mehrere Städte haben angekündigt, öffentliche Trinkwasserbrunnen früher als ursprünglich vorgesehen freizugeben.
Solche Brunnen sind Teil kommunaler Hitzeaktionspläne, wie sie der Bund und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seit einigen Jahren empfehlen.
Die Pläne bündeln Maßnahmen von der Beschattung von Spielplätzen über verlängerte Öffnungszeiten von Bädern bis zu Warnketten für Pflegeeinrichtungen.

Klimaanpassung in deutschen Städten gilt inzwischen als Daueraufgabe.
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) verweist seit Längerem darauf, dass dicht bebaute, versiegelte Innenstädte sich stärker aufheizen als das Umland — ein Effekt, der als städtische Wärmeinsel beschrieben wird.
Trinkbrunnen, Begrünung und kühle Rückzugsorte sollen die Belastung an Hitzetagen abfedern.

Was empfehlen die Gesundheitsbehörden?

Das Robert Koch-Institut (RKI) und die BZgA raten an Hitzetagen zu altbekannten, aber wirksamen Vorsichtsmaßnahmen: ausreichend trinken, körperliche Anstrengung in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen, Wohnräume nachts lüften und tagsüber verschatten.
Sozialverbände wie der VdK weisen zudem darauf hin, dass allein lebende ältere Menschen besonders gefährdet sind, weil ihr Durstempfinden im Alter nachlässt.

Ob die aktuelle Wetterlage in eine längere Hitzeperiode übergeht, ist nach Angaben des DWD noch offen; Hitzewellen lassen sich seriös nur wenige Tage im Voraus einordnen.
Für die Schulen und Kommunen bedeutet das vor allem kurzfristiges Handeln — und einen frühen Test für die Hitzevorsorge, die in den kommenden Sommern eher zur Regel als zur Ausnahme werden dürfte.

Quellen