Die Europäische Union will Ende 2026 eine neue Hürde für die Einreise einführen: Das Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem ETIAS soll nach Angaben der Europäischen Kommission im letzten Quartal des Jahres an den Start gehen.
Betroffen sind Reisende aus visumbefreiten Drittstaaten – etwa aus den USA, Kanada, Japan oder Großbritannien –, die für kurze Aufenthalte in den Schengen-Raum kommen.
Für deutsche Urlauberinnen und Urlauber innerhalb der EU ändert sich dagegen nichts.

Wer ETIAS braucht und wie es funktioniert

ETIAS ist kein Visum, sondern eine elektronische Reisegenehmigung, die vor Antritt der Reise online beantragt wird.
Erforderlich ist sie für Staatsangehörige jener rund 60 Länder, die für Kurzaufenthalte von bis zu 90 Tagen je 180-Tage-Zeitraum bislang ohne Visum in den Schengen-Raum einreisen dürfen.
Der Antrag soll in wenigen Minuten ausgefüllt sein und in den meisten Fällen automatisiert und rasch beschieden werden.

Die Gebühr beträgt 20 Euro; Reisende unter 18 und über 70 Jahren zahlen nichts.
Eine erteilte Genehmigung gilt drei Jahre oder bis zum Ablauf des im Antrag hinterlegten Reisepasses.
Sie ist an das Dokument gebunden: Wer einen neuen Pass erhält, muss auch ein neues ETIAS beantragen.

Das Zusammenspiel mit dem EES

ETIAS folgt auf das Ein- und Ausreisesystem EES (Entry/Exit System), das die bisherigen Passstempel an den Schengen-Außengrenzen durch eine elektronische Erfassung von Reisedaten und biometrischen Merkmalen ersetzt.
Beide Systeme gehören zur Modernisierung des europäischen Grenzmanagements.
Der Start von ETIAS war ursprünglich deutlich früher geplant und wurde mehrfach verschoben, weil zunächst das EES verlässlich laufen muss.

Für die Reisebranche ist der späte, klar terminierte Start eine Erleichterung gegenüber den zuvor unsicheren Zeitplänen.
Veranstalter, die für 2026 erneut mit voller Mittelmeer-Nachfrage rechnen, müssen vor allem Gäste aus Übersee rechtzeitig auf die neue Pflicht hinweisen.

Was deutsche Reisende beachten sollten

Wer als deutscher Staatsbürger innerhalb der EU oder des Schengen-Raums unterwegs ist, braucht kein ETIAS.
Relevant wird das Thema spiegelbildlich bei Reisen in einige Drittstaaten, die ihrerseits elektronische Genehmigungen verlangen – etwa die seit 2025 auch von EU-Bürgern geforderte britische ETA.
Für klassische Städtetrips innerhalb Europas, wie sie sich bereits für unter 50 Euro erreichen lassen, bleibt der Personalausweis das einzige nötige Dokument.
Wer dagegen Besuch aus Übersee erwartet, sollte Gäste frühzeitig auf die kommende Antragspflicht hinweisen.