Wer in diesen Wochen das Münchner Oktoberfest, den Cannstatter Wasen in Stuttgart oder ein großes Konzert besucht, sollte vorher die Diebstahlschutz-Funktionen seines Smartphones einschalten. Apple und Google haben in iOS und Android Sperren eingebaut, die ein im Gedränge entwendetes Gerät für Diebe weitgehend wertlos machen und den Zugriff auf Konten erschweren.
Für Täter ist das Telefon selbst oft weniger interessant als die Zugänge zu E-Mail, Bezahldiensten und Banking-Apps, die darauf gespeichert sind.
Was leistet der Schutz für gestohlene Geräte auf dem iPhone?
Seit iOS 17.3 enthält Apples Betriebssystem den „Schutz für gestohlene Geräte“.
Ist die Funktion aktiv, verlangt das iPhone für sensible Vorgänge zwingend Face ID oder Touch ID, sobald es sich außerhalb vertrauter Orte wie der eigenen Wohnung befindet.
Der Gerätecode allein reicht dann nicht mehr.
Wer etwa das Passwort des Apple-Accounts ändern will, muss zusätzlich eine Sicherheitsverzögerung von einer Stunde abwarten und sich danach erneut biometrisch bestätigen.
Das richtet sich gegen eine verbreitete Masche: Täter spähen im Gedränge den Code aus und entreißen anschließend das Gerät.
Eingeschaltet wird der Schutz in den Einstellungen unter „Face ID & Code“.
Außerdem sollte „Wo ist?“ aktiv sein.
Dann lässt sich das Gerät orten und als verloren markieren, und die Aktivierungssperre bindet es dauerhaft an den Account des Eigentümers.
Wie schützt Android vor Entreißdiebstahl?
Google fasst seine Funktionen in den Android-Einstellungen unter dem Begriff „Diebstahlschutz“ zusammen.
Die Diebstahlerkennungssperre erkennt mithilfe der Bewegungssensoren typische Muster eines Entreißens, etwa ein ruckartiges Wegziehen mit anschließender Flucht, und sperrt den Bildschirm automatisch.
Die Offline-Gerätesperre greift, wenn ein Täter das Gerät längere Zeit vom Netz trennt.
Mit der Sperre per Fernzugriff lässt sich das Smartphone von einem fremden Gerät aus sperren; dafür genügt die eigene Telefonnummer.
Auf ausgewählten Geräten ab Android 15 kommt die Identitätsprüfung hinzu.
Sie verlangt außerhalb vertrauenswürdiger Orte eine biometrische Bestätigung, bevor sich Kontoeinstellungen ändern lassen.
Die Ortung läuft über Googles Dienst „Mein Gerät finden“.
Je nach Hersteller liegen die Menüs an unterschiedlichen Stellen.
Wie sperren Betroffene im Ernstfall Konten und Banking-Apps?
Schon vor dem Festbesuch sollte man einiges erledigen.
Eine aktivierte SIM-PIN verhindert, dass Diebe die Karte in ein anderes Telefon stecken und dort SMS-Codes empfangen.
Benachrichtigungsinhalte sollten auf dem Sperrbildschirm ausgeblendet sein.
Die IMEI-Nummer lässt sich über die Tastenkombination *#06# abrufen und sollte notiert werden.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät zudem generell zu einem sicheren Gerätecode und zu zeitnahen Updates.
Ist das Telefon weg, zählt Tempo.
Zuerst sollten Betroffene das Gerät über icloud.com/find oder die Google-Ortung sperren beziehungsweise als verloren markieren.
Beides funktioniert auch über das Smartphone einer Begleitperson.
Danach sollten sie die Passwörter des Apple- oder Google-Kontos und des E-Mail-Postfachs ändern, weil sich über diese Konten viele weitere Zugänge zurücksetzen lassen.
Für Bankkarten und bei zahlreichen Instituten auch für das Online-Banking ist der zentrale Sperr-Notruf 116 116 rund um die Uhr erreichbar.
Alternativ hilft die Notfallnummer der eigenen Bank.
Sie kann auch den Zugang zur Banking-App und digitale Karten in Apple Pay oder Google Wallet sperren.
Der Mobilfunkanbieter sperrt auf Anruf die SIM-Karte.
Zuletzt gehört der Diebstahl angezeigt: Für die Anzeige bei der Polizei braucht man die vorab notierte IMEI-Nummer.



