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Unabhängige Brauereien in Deutschland erhöhen in diesem Sommer 2026 vielerorts die Preise für ihre Biere, weil Hopfen und Braugerste seit mehreren Ernteperioden knapper und teurer geworden sind.
Betroffen sind vor allem kleine und mittelständische Betriebe, die anders als große Konzerne kaum Verhandlungsspielraum bei Rohstofflieferanten haben und Kostensteigerungen kurzfristig an Gastronomie und Handel weitergeben müssen.

Warum ist Hopfen knapp geworden?

Die Hallertau in Bayern, mit Abstand das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt, hat in den vergangenen Jahren wiederholt mit Trockenperioden und Hitzewellen während der entscheidenden Wachstumsphase im Spätsommer zu kämpfen gehabt.
Geringere Erträge pro Hektar treffen auf eine weiterhin stabile Nachfrage aus dem In- und Ausland, was die Preise für bestimmte Aromasorten spürbar anzieht.
Hinzu kommen höhere Energie- und Logistikkosten, die sich auf den gesamten Brauprozess auswirken, von der Mälzerei bis zur Abfüllung.
Brancheninsider verweisen zudem auf gestiegene Kosten für Verpackungsmaterial wie Glasflaschen und Kronkorken, die zusätzlich auf die Kalkulation drücken.

Für kleine Brauereien mit überschaubarem Ausstoß bedeutet das eine doppelte Belastung: Sie kaufen Hopfen häufig nicht über langfristige Kontrakte, sondern in kleineren Mengen zu tagesaktuellen Preisen, und sie verfügen nicht über die Einkaufsmacht großer Braukonzerne, um Preisschwankungen abzufedern.
Viele Betriebe berichten, dass sie ihre Kalkulationen für das laufende Jahr bereits nachjustieren mussten, nachdem Rohstoffkosten stärker gestiegen waren als ursprünglich eingeplant.

Wie reagieren Brauereien auf die Kostensteigerung?

Zahlreiche unabhängige Brauereien sehen sich gezwungen, ihre Verkaufspreise gegenüber Gastronomie, Getränkefachhandel und Endkunden anzuheben, um die gestiegenen Produktionskosten aufzufangen.
Das trifft insbesondere Betriebe, die auf regionale Absatzmärkte und Fassbier für die Gastronomie setzen, da dort Preiserhöhungen unmittelbar bei Wirten und letztlich bei Gästen ankommen.
Einige Brauereien versuchen, durch effizientere Produktionsprozesse oder eine Anpassung ihrer Rezepturen an verfügbare Hopfensorten gegenzusteuern, ohne den Charakter ihrer Biere grundlegend zu verändern.

Gleichzeitig wächst der Druck durch den Handel selbst: Supermarktketten und Discounter verhandeln mit ihren Zulieferern regelmäßig über Einkaufspreise und geben Kostensteigerungen oft nur zögerlich an Endverbraucher weiter, wenn es um ihre margenstarken Eigenmarken geht.
Das verschärft die Wettbewerbssituation für kleinere Markenbrauereien zusätzlich.

Welche Rolle spielen Supermarkt-Eigenmarken?

Während unabhängige Brauereien ihre Preise anheben müssen, gewinnen Eigenmarken großer Handelsketten in den vergangenen Jahren kontinuierlich Marktanteile im deutschen Biermarkt.
Discounter und Supermärkte können durch Skaleneffekte in Einkauf, Produktion und Logistik günstigere Endverbraucherpreise anbieten als viele traditionelle Brauereien.
Für preisbewusste Kundinnen und Kunden wird das Eigenmarkenbier damit zur naheliegenden Alternative, gerade in einer Phase, in der die allgemeine Teuerung die Kaufkraft vieler Haushalte belastet.    

Branchenbeobachter warnen, dass sich dieser Trend bei anhaltend hohen Rohstoffkosten weiter verstärken könnte, sollten kleinere Brauereien ihre Preise weiter anheben müssen, während die großen Handelsketten ihre Eigenmarken über Verhandlungsmacht und Skaleneffekte stabil halten.
Der ohnehin seit Jahren rückläufige Bierabsatz in Deutschland trifft damit besonders die unabhängigen, oft regional verwurzelten Brauereien, deren wirtschaftliche Basis durch sinkende Absatzmengen bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten zunehmend unter Druck gerät.