Zum Pfingstmontag rechnen der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) und das schweizerische Bundesamt für Straßen (ASTRA) bundesweit sowie auf den Alpentransitachsen mit einer der staureichsten Rückreisewellen des Jahres.
Betroffen sind nach Einschätzung beider Verkehrsorganisationen vor allem die Autobahn 7 zwischen Füssen und Würzburg, der Gotthard-Zulauf auf der A2 zwischen Airolo und Erstfeld sowie die Tauernautobahn auf österreichischer Seite.
Hintergrund ist die Überlagerung von Pfingstferien in mehreren Bundesländern und der Schweiz mit zahlreichen Baustellen entlang der Hauptachsen.

Warum staut es sich gerade jetzt so stark?

Die Pfingstrückreise gilt seit Jahren als verkehrsreichstes verlängertes Wochenende vor den Sommerferien.
In diesem Jahr fallen die Heimfahrten mit dem Ende der Maiferien in Bayern und Baden-Württemberg sowie der Auffahrtsbrücke in der Schweiz zusammen.
Hinzu kommt, dass Italien-Urlauber, Süddeutschland-Reisende und Schweizer Pendler dieselben Korridore nutzen.

Der ADAC verweist auf rund 1.100 Baustellen im bundesdeutschen Autobahnnetz, von denen viele in den vergangenen Wochen reaktiviert wurden.
Auf der A7 sorgen Erneuerungsarbeiten zwischen Memmingen-Süd und Nesselwang sowie die Brückensanierungen im Raum Würzburg für Engstellen.
Am Gotthard-Nordportal staute sich der Verkehr in den vergangenen Jahren regelmäßig auf 15 Kilometer und mehr; ASTRA verweist auf die anhaltende Einröhrigkeit des Tunnels und die Sanierungsarbeiten am zweiten Tunnelröhren-Bauwerk.

Die deutsche Autobahn GmbH des Bundes empfiehlt, die Hauptreisezeit zwischen 11 und 19 Uhr zu meiden.
Wer flexibel ist, soll laut Verkehrsministerium auf den frühen Morgen oder die späten Abendstunden ausweichen.

Wie verlässlich ist die Bahnalternative?

Die Deutsche Bahn AG hat zur Reisewelle ein zeitlich befristetes Pfingstticket aufgelegt, das Fahrten im Fernverkehr zu einem Pauschalpreis ermöglicht.
Branchenbeobachter erwarten dadurch eine spürbar höhere Auslastung auf ICE-Verbindungen zwischen Hamburg, Frankfurt und München.

Gleichzeitig laufen auf der sogenannten Riedbahn – der Hochleistungsstrecke zwischen Frankfurt am Main und Mannheim – weiterhin Stellwerks- und Modernisierungsarbeiten.
Die DB InfraGO AG hatte die Generalsanierung der Strecke bereits begonnen; ergänzende Stellwerksarbeiten führen über Pfingsten zu Umleitungen und längeren Fahrzeiten Richtung Süden.
Reisende nach Stuttgart, Karlsruhe und Basel müssen mit Verspätungen und Schienenersatzverkehr in Teilabschnitten rechnen.

Die Bahn empfiehlt eine Sitzplatzreservierung und das Ausweichen auf Verbindungen über Würzburg–Nürnberg, wenn die Direktstrecke über Mannheim gestört ist.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen verweist darauf, dass Pfingstreisende mit Bahncard-Rabatten zusätzlich Spielraum bei der Tarifwahl hätten.

Welche Routen gelten als am stärksten betroffen?

Neben A7 und Gotthard nennt der ADAC die A8 München–Salzburg, die A3 Würzburg–Nürnberg sowie die Rheintalstrecke A5 zwischen Karlsruhe und Basel als besonders staugefährdet.
In der Schweiz gelten neben dem Gotthardtunnel die San-Bernardino-Route und die Achse Bern–Lötschberg als mögliche Ausweichkorridore – wobei ASTRA vor einer Überlastung der Nebenrouten warnt.

Für Autoreisende mit Ziel Norditalien empfiehlt der Verkehrsclub eine Verschiebung der Rückreise auf den Pfingstdienstag.
Marktteilnehmer rechnen damit, dass sich der Spitzenstau dadurch entzerren, aber nicht vermeiden lässt.

Quellen